Samstag, 8. März 2008

"Irren ist menschlich"

... so der Titel eines Lehrbuchs für Psychiatrie, was ich schon mal großartig finde. Das Buch ist 1978 zum ersten Mal erschienen und wurde seitdem mehrfach überarbeitet; es gehört offenbar zu den Standard-Lehrbüchern. Ich habe hier nur eine Wiederauflage der ersten Ausgabe (von 1982), weshalb sicher einiges veraltet ist. Mir kommt es beim Lesen auch nicht auf die Details an, ich studiere ja nicht Psychologie oder Medizin; trotzdem werde ich bei Gelegenheit mal in die neue Auflage reinschauen.
Was ich toll finde (und nicht nur ich) ist die Grundhaltung des Buches, die sich in diesen Sätzen aus der Einleitung ausdrückt:
[Der Titel] soll uns ständig daran erinnern, daß die Psychiatrie ein Ort ist, wo der Mensch besonders menschlich ist; d.h. wo die Widersprüchlichkeit des Menschen nicht ohne weiteres auflösbar ist, so das Banale und Einmalige, Oberfläche und Abgrund, das Kranke und Böse, Weinen und Lachen, Leben und Tod, Schmerz und Glück, das Sich-Verstellen und Sich-Wahrmachen, das Sich-Verirren und Sich-Finden. Der Titel rät zu Bescheidenheit. Er zeigt, daß wir versuchen, die Psychiatrie wieder von ihrem Anlaß her zu verstehen: vom Menschlich-Allzu-Menschlichen des Menschen. (S. 10)

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