Freitag, 14. März 2008

Die Arbeit der Erwerbslosen

Ich war gestern Abend auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung - Thema: Außen vor oder mittendrin? Gesellschaftliche Partizipation und Anerkennung erwerbsloser Menschen.
Zuerst hat der Arbeits- und Organisationspsychologe Sascha Göttling einen Vortrag gehalten, über seine Studie über Arbeitslose. Was habe ich davon mitgenommen?



  • Nur weil jemand erfolgreich promoviert hat, heißt das nicht, dass er seine interessanten Ergebnisse auch erfolgreich verkaufen (sprich: rüberbringen) kann. Sätze aus der Diss vorlesen macht noch keinen guten Vortrag, leider.
  • Die allermeisten Arbeitslosen arbeiten. Die Arbeit wird nur nicht bezahlt und viel zu oft auch nicht anerkannt.
  • Denn Arbeit ist nicht nur Erwerbsarbeit, sondern z.B. auch Familienarbeit, Bildungsarbeit, Gemeinsinnarbeit.
  • Arbeiten ist wichtig - eine anthropologische Konstante.
  • Aber noch wichtiger ist es, über die Arbeitsbedingungen mitbestimmen zu können - und für die Arbeit Anerkennung zu bekommen.

Die Forderung, den Arbeitsbegriff auszudehnen über die enge Definition von "bezahlte Erwerbsarbeit" hinaus, war mir nicht neu. (Gibt es einen Wissenschaftler, der das ernsthaft anders sehen würde?) Trotzdem: je mehr darüber forschen und sprechen, desto besser. Denn auch die Erwerbslosen tragen durch ihre Tätigkeiten zur Integration und Aufrechterhaltung der Gesellschaft bei. Und sie könnten es in noch wesentlich größerem Ausmaß (und es würde ihnen besser dabei gehen), wenn sie nicht ausgegrenzt und stigmatisiert würden, sondern als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft anerkannt und nicht zuletzt auch finanziell in ausreichendem Maße unterstützt.

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