Open Access bedeutet: freier (kostenloser) Zugang zu wissenschaftlichen Texten über das Internet. (Ursprünglich hat der Begriff eine umfassendere Bedeutung, nämlich die freie Verfügbarkeit allen Wissens und aller Kulturgüter.)
Durch das Internet ist die Veröffentlichung und Verbreitung wissenschaftlicher Texte nicht mehr an das traditionelle Publikationswesen gebunden – früher war es unumgänglich, Zeitschriften zu drucken und zu verbreiten, wenn überhaupt jemand außerhalb der eigenen Universität die Texte eines Wissenschaftlers lesen sollte. Das ist heute anders: ohne großen Aufwand kann jeder seine Texte im Internet veröffentlichen.
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Dass die Artikel überhaupt zugänglich sind, ist nicht nur für die interessierte Öffentlichkeit wichtig; auch die Wissenschaftler sind darauf angewiesen, ihre eigene Arbeit auf die ihrer Kollegen aufzubauen – nur so funktioniert wissenschaftlicher Fortschritt.
Die meisten Wissenschaftler stehen der Idee des Open Access grundsätzlich sehr positiv gegenüber – und veröffentlichen ihre eigenen Artikel, wenn sie die Wahl haben, doch lieber in "traditionellen" Zeitschriften. Das hängt damit zusammen, dass das Prestige eines Forschers nicht nur von der Anzahl seiner Veröffentlichungen abhängt, sondern vor allem auch davon, wo er veröffentlicht hat, also vom Prestige der jeweiligen Zeitschriften. In den meisten Fachbereichen gibt es einige wenige "etablierte Namen" – an die die Open-Access-Zeitschriften nicht heranreichen, z.B. weil sie einfach noch nicht so lange existieren. Aus diesem Grund werden Artikel von hoher wissenschaftlicher Qualität eher in traditionellen Zeitschriften veröffentlicht.
Leider zählt (auch) in der Wissenschaft das Ansehen oft mehr als die weite Verbreitung und freie Verfügbarkeit des Wissens.
Ein etwas pessimistisches Fazit. Es gibt aber natürlich Ausnahmen, auch in "meinen" Fachbereichen. Zum Beispiel die Veröffentlichungen in der Open Access-Zeitschrift FQS (Forum Qualitative Sozialforschung).
Umso mehr ärgere ich mich immer dann, wenn ich einen Artikel nicht im Internet finde (oder nur zu absurden Preisen von 20 € und mehr - für einen Artikel, nicht für ein Buch) und zu einer Bibliothek fahren muss, in der diese Zeitschrift verfügbar ist (nicht vergessen, sie vorher noch aus dem Archiv zu bestellen). Oft wegen eines Artikels, von dem ich nicht mal sicher bin, ob ich ihn wirklich brauche.
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